|
Brüssel, 2.
Februar 2009
Verbraucherschutz:
Energie,
Bankwesen und
öffentlicher
Verkehr aus
Verbrauchersicht
verbesserungsfähig
Energie,
Bankwesen und
Verkehr (Zug,
Bus und
Straßenbahn)
sind drei
Dienstleistungsbereiche,
die für das
tägliche Leben
der Menschen von
großer Bedeutung
sind. Dennoch
treten gerade
hier die meisten
Probleme auf, so
ein neuer
EU-Bericht, der
heute von der
Europäischen
Kommission
veröffentlicht
wurde. Der
zweite
EU-Jahresbericht
„Verbraucherbarometer“
hat über 20 Waren-
und
Dienstleistungssektoren
(darunter
Lebensmittel,
Bekleidung,
Schuhe,
Finanzdienstleistungen,
Energie und
Telekommunikation)
unter die Lupe
genommen und
anhand von fünf
verbraucherrelevanten
Schlüsselindikatoren
– Preise,
Wechselmöglichkeiten,
Verbraucherzufriedenheit,
Beschwerden und
Sicherheit –
untersucht.
Dadurch sollte
festgestellt
werden, wo am
ehesten
Marktstörungen
auftreten
könnten. Im Jahr
2009 will sich
die Kommission
eingehender mit
dem Strommarkt
und seinen
Bedingungen für
die
Endverbraucher
befassen.
EU-Verbraucherschutzkommissarin
Meglena Kuneva
erklärte: „Ich
bin sehr besorgt,
dass drei
Dienstleistungsbereiche,
die eine so
wichtige Rolle
im Alltag
spielen, bei
verschiedenen
EU-weiten
Verbraucherindikatoren
schlecht
abgeschnitten
haben. Daher
habe ich
beschlossen, den
Stromeinzelhandelsmarkt
aufgrund seiner
Bedeutung für
das Budget der
Privathaushalte
in den
Mittelpunkt der
Untersuchungen
2009 zu stellen.
Hier sind
Verbesserungen
für die
europäischen
Verbraucher
notwendig.“
Die
wichtigsten
Ergebnisse
Das
Verbraucherbarometer
2009 hat vor
allem zwei
EU-weite Trends
aufgezeigt, und
zwar:
1. Die
Grundversorgung
erfüllt nicht
die
Verbrauchererwartungen
Der
Dienstleistungssektor
stellt die
Verbraucher
generell vor
größere Probleme
als die
traditionellen
Warenmärkte. Die
Zufriedenheitsquote
bei 19 marktrelevanten
Aspekten lässt
hier eine klare
Diskrepanz
erkennen. Am
wenigsten
zufrieden sind
die Verbraucher
mit dem
städtischen und
außerstädtischen
Verkehr (Zug,
Bus und
Straßenbahn),
mit der
Energieversorgung,
der
Festnetztelefonie
und den
Postdienstleistungen.
In all diesen
Sektoren
äußerten sich
weniger als 60 %
der Verbraucher
zufrieden. Auch
wurden deutlich
mehr
Verbraucherbeschwerden
im
Dienstleistungs-
als im
Warensektor
verzeichnet. (Vgl.
MEMO/09/44)
2. Energie,
Verkehr und
Bankwesen
stellen die
Verbraucher vor
die größten
Probleme (Analyse
auf Basis von
fünf Indikatoren)
Energie:
-
Weniger als
zwei Drittel
der
Verbraucher
sind mit
ihrem
Energieversorger
zufrieden.
-
Insbesondere
die Strom-
und
Gasversorgungsdienste
schneiden
bei den
gemeldeten
Preiserhöhungen
schlecht ab.
Über 60 %
der
Verbraucher
berichteten
über
Preissteigerungen
ihres
Energieversorgers,
dahingegen
nur 3-4 %
über
Preissenkungen.
-
Auch in
Bezug auf
die
Vergleichbarkeit
des Angebots
und die
Wechselmöglichkeiten
wurde
Unzufriedenheit
mit den
Strom- und
Gasversorgern
geäußert. Im
Energiesektor
findet
äußerst
selten
ein Wechsel
zu anderen
Anbietern
statt: nur
7 % der
Verbraucher
wechselten
ihren Gas-
und 8 %
ihren
Stromlieferanten.
Anbieterwechselraten
sind von
besonderer
Aussagekraft.
Das
Verbraucherbarometer
hat festgestellt,
dass auf Märkten
mit höheren
Anbieterwechselraten
tendenziell
weniger
Preissteigerungen
stattfinden –
dies ist
beispielsweise
bei
Kfz-Versicherungen
der Fall (wo
25 % der
Verbraucher in
den letzten zwei
Jahren
wechselten),
gefolgt vom
Internet (22 %)
und der
Mobiltelefonie
(19 %).
Offensichtlich
führen
verbesserte
Wechselmöglichkeiten
dazu, dass sich
die Situation
für die
Verbraucher
insgesamt
verbessert.
Dieser Aspekt
sollte daher zu
einer
politischen
Priorität für
die größten
Einzelhandelssektoren
erhoben werden.
Bankwesen:
-
Angesichts
der
vorliegenden
Preisinformationen
muss ganz
klar dem
Bankwesen
mehr
Aufmerksamkeit
gewidmet
werden.
Sowohl bei
den
Bankgebühren
als auch bei
den
Zinssätzen
sind große
Abweichungen
zwischen den
Mitgliedstaaten
zu erkennen
– eine
Tatsache,
die sich
nicht leicht
erklären
lässt.
Beispielsweise
liegen die
angepassten
Zinssätze
für
Verbraucherkredite
mit einer
Laufzeit von
1 bis 5 Jahren
zwischen
0,21 % in
Schweden und
12,12 % in
Estland,
wobei auch
unter
Berücksichtigung
der
Kapitalkosten
Abweichungen
verbleiben.
-
Das
Bankwesen
ist ganz
besonders
problematisch
in Bezug auf
die
Vergleichbarkeit
der Angebote,
die
Wechselmöglichkeiten
und das
tatsächliche
Wechseln.
Durchschnittlich
11 % der
Privatbankkunden
haben in den
letzten zwei
Jahren den
Anbieter
gewechselt.
Nur 9 % der
Inhaber von
Girokonten
sind zu
einer
anderen Bank
übergewechselt,
und selbst
bei den
Hypotheken
und
Anlageprodukten
waren es nur
13 %.
Verkehr:
-
Die Nutzer
der
städtischen
und
außerstädtischen
Verkehrsdienste
(Bus, Zug,
Straßenbahn)
äußerten die
geringste
Zufriedenheit
und hatten
die meisten
Probleme:
weniger als
die Hälfte
der
Verbraucher
sind mit
diesen
Diensten
zufrieden.
Die Gründe
für die
Unzufriedenheit
hängen vor
allem mit
dem
Preisniveau,
der
Attraktivität
des
kommerziellen
Angebots,
den
Kaufprozeduren
und der
Kundenfreundlichkeit
zusammen.
-
Ein Viertel
der
Verbraucher
hatte
Probleme und
beschwerte
sich.
Die nächsten
Schritte
Unter den drei
Sektoren, die
den Verbrauchern
offensichtlich
die meisten
Probleme
bereiten, ist
der
Energieposten
mit den höchsten
Kosten behaftet
(5,7 % des
Haushaltsbudgets);
dabei
verschlingt
wiederum der
Strom den
größten Anteil
(2,1 %).
Der
Stromeinzelhandel
soll in einer
Follow-up-Marktstudie
2009 einer
genaueren
Untersuchung
unterzogen
werden, um die
Verbrauchersituation
unter
verschiedenen
haushaltsrelevanten
Aspekten, z. B.
Vergleichbarkeit
des Angebots,
unlautere
Geschäftspraktiken
und
Rechnungsstellung,
zu erhellen.
Weitere
wichtige
Schlussfolgerungen
Die
vollständigen
Ergebnisse des
Verbraucherbarometers
sind
ausführlicher in
dem beigefügten
MEMO dargelegt.
Insbesondere
weist der
Bericht darauf
hin, dass der
relative Umfang
des
grenzüberschreitenden
Einzelhandels
stagniert; sein
Anteil hat seit
2006 nicht mehr
zugenommen. Beim
nationalen
Benchmarking
haben sich große
Unterschiede
hinsichtlich der
Verbrauchersituation
zwischen den
Mitgliedstaaten
ergeben – wobei
insbesondere
beim
Rechtsschutz und
bei der
Rechtsdurchsetzung
Verbesserungsmöglichkeiten
bestehen.
Weitere
Informationen:
http://ec.europa.eu/consumers/overview/cons_policy/index_en.htm |